Pimp the Kasten - Tankgasflasche

Diesen Winter haben wir es dann doch mal geschafft, ein paar Kurztrips mit Lutz zu unternehmen. Wir lieben es eigentlich warm und mit Flipflops direkt aus dem Kasten in den warmen Sand zu springen, aber das gibt der Winter in Mitteleuropa irgendwie nicht her.

Wenn man also bei Temperaturen um den Gefrierpunkt an der Nordseeküste steht, ist Heizen angesagt. Während wir mit unserem Gasvorrat (5kg + 11kg Gasflasche) ohne Tausch fast durch die komplette warme Jahreszeit kommen, heisst es im Winter fast nach jedem Wochenende: Tauschen, bzw. Füllen.

Das Problem:

Da sich die Tür des Gaskasten nicht vor Kopf, also Richtung Hecktüren, sondern seitlich im Innenraum befindet, bedeutet Gasflaschentauschen bei uns:

  • Tandemträger von der Bühne nehmen
  • Bühne vom Fahrzeug abziehen
  • Regalsystem ausbauen
  • Heckgarage ausräumen

Natürlich kann man in der Heckgarage nicht gerade  sitzen, wenn das Bett eingebaut ist. Die leeren Flaschen müssen dann in einer halb liegenden Körperposition ausgebaut werden. Der Einbau ist dann noch weniger spaßig und durch die schweren Flaschen auch ziemlich umständlich. Das Ganze dann unterwegs, irgendwo auf einem Baumarktparkplatz bei Nieselregen und 1°C  reduziert doch deutlich den Fun-Faktor. 

Die erste Hälfte der Lösung:

Nach längere Recherche im Internet, unter anderem bei der Gasfachfrau haben uns eine Alu-Gastankflasche mit Außenbetankung einbauen lassen. Die von Alu-Gas angebotene 11kg Flasche passt genau an dem Platz der bisherigen 11kg Tauschflasche.  Die ebenfalls verfügbare 14kg Tankflasche war leider zu hoch.

Wir haben uns mehrere Angebote machen lassen, die preislich alle mehr oder weniger ähnlich waren. Entschieden haben wir uns letztlich für RSC in Dülmen, das liegt noch einigermaßen in unserem Einzugsgebiet und wir haben dort schon unseren Gas-Außenanschluss einbauen lassen. Wir gehen mal davon aus, dass es bei möglichen Problemen mit der Gasanlage sinnvoller ist, einen Ansprechpartner zu haben.

Ein weiterer Grund war, dass in der Nähe eine wirklich gute Pommes-Bude ist, die einen hervorragenden Gyros-Teller anbietet … 

Der Boom in der WoMo-Branche ist auch bei RSC spürbar, der Einbautermin hatte einen Vorlauf von knapp 7 Wochen, fiel aber glücklicherweise auf Veilchendienstag.

Wir verlängerten also das Karnevalswochenende, welches wir mit unseren Freunden Astrid & Basti, die neuerdings auch zu Campern mutiert sind, in Renesse verbrachten. Montagmittag führten wir dann von Renesse nach Dülmen, gönnten uns einen leckeren Gyrosteller und übernachteten auf dem kostenlosen Wohnmobilstellplatz Hüttendyk.

Am nächsten Tag gaben wir den Kasten dann gegen 8 Uhr bei RSC ab und holten ihn gegen 15:45 Uhr wieder ab.
Den Tag verbrachten wir damit, bei sonnigem Wetter und frostigen Temperaturen die Gegend rund um Dülmen mit dem Tandem zu erkunden.

Bei der Übergabe des Fahrzeugs stellte sich leider heraus, dass der Einbau der Fernanzeige irgendwie vergessen wurde. Für eine nachträgliche Montage war es schon zu spät (geschätzte Einbauzeit ca. 1h).
Also haben wir die Fernanzeige dann einfach unverbaut mitgenommen und den Einbau selber vorgenommen. Die veranschlagten Einbaukosten von knapp 190€ kommen dann in die Urlaubskasse.

Die zweite Hälfte der Lösung:

ssetzt ist es leider beim Betanken der Gasflasche so, dass vor jedem Tanken das Ventil der Gasflasche, das an das Gassystems des Kasten angeschlossen ist, geschlossen werden muss. Das dient zum Schutz der Verbraucher vor möglichen Druckstößen beim Tankvorgang. Auch wird empfohlen, nach jedem 2. oder 3. Tankvorgang den Gasfilter zu kontrollieren. Für uns würde es aber bedeuten, wir müssten vor jedem Tanken den Gaskasten öffnen um das Ventil zu schließen, hätten also im Vergleich zum bisherigen Tausch der Gasflaschen kaum etwas gewonnen.
Die Lösung des Problems kam, wie so oft, aus dem Pösslforum – wir sind nämlich nicht die einzigen mit dem Problem.
Also beim großen A einen Wartungsdeckel aus dem Bootsbau mit Dichtung und einen passenden Lochkranzbohrer bestellt…   

Das Werkzeug war doppelt so teuer wie die Wartungsluke
Die abgedichtete Wartungsluke hat knapp 10€ gekostet, der Lochkreisbohrer 20€.
Um die Wartungsluke sauber und vor allem dicht in den Gaskasten einzulassen wurde ein Lochkranzbohrer mit 170mm Durchmesser verwendet
Um die Wartungsluke sauber und vor allem dicht in den Gaskasten einzulassen, wurde ein Lochkranzbohrer mit 170mm Durchmesser verwendet.
Die Wartungsluke
Die Luke trägt kaum auf und verschwindet unter der Matratze. Eine selbst zugeschnittene Dichtung macht das Teil komplett dicht.

Die Idee mit der Wartungsluke ist wirklich gut. Um die Gastankflasche vor dem Tanken zu schließen brauchen wir jetzt nur noch die Matratze kurz anzuheben um an den Gaskasten heranzukommen. Die Luke ist groß genug, um bequem die Gasflasche auf- und zudrehen zu können und auch der Filter läßt sich gut erreichen.

Da der Gaskasten in einem Wohnmobil folgende Eigenschaften haben muss:

Flaschenschränke müssen dicht gegenüber dem Innenraum sein und im oder unmittelbar über dem Boden eine mindestens 100 qcm große unverschließbare Lüftungsöffnung haben.
Quelle: TÜV-Nord

sehen wir durch den Einbau der Wartungsluke bezüglich des Gaskastens auch keine Probleme bei der nächsten Gasprüfung.  

Jetzt können wir sehr bequem und komfortabel Gas nachtanken.

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